Montag, 24. September 2012

Warum ich freie Unterrichtsmaterialien brauche - ein Barcamp-Bericht

In diesem Schuljahr möchte ich BYOD ("bring your own device") in meinem Unterricht vorantreiben: meine Schüler werden ermutigt, mobile Endgeräte in den Unterricht mitzubringen, egal ob Smartphones, Tablets oder Netbooks.

Wer dies tut, dem steht neben dem Schulbuch noch die große, weite Welt des Internets zur Verfügung. Gut ausgewählte Materialien können so gezielt, ja geradezu individualisiert für die Schüler bereit gestellt werden.


Wer dies tut, der kommt aber auch irgendwann an folgenden Punkt: Aus der alten, analogen Zeit, als die Schüler noch keine mobilen Endgeräte hatten, besitzt man eine Unmenge an Unterrichtsmaterialien in Form von Schulbüchern, pädagogischen Fachzeitschriften u.v.m.
Dieses darf jedoch nicht digitalisiert und für die Schüler in entsprechender Form zugänglich gemacht werden. Das Urheberrechtsgesetzt ist da sehr deutlich. 


Statt zu Verlagsmaterial zu greifen, heißt es also nun offene, freie Unterrichtsmaterialien zu finden und so nach und nach einen neuen, digitalen, alternativen Fundus zu schaffen.

Diese Texte, Bilder, Filme, Podcasts oder gar Arbeitsblätter dürfen von jedem kopiert werden - analog wie digital. Auch und besonders für unterrichtliche Zwecke.


Im englischsprachigen Raum haben diese Medien z. T. eine längere Tradition, als bei uns. Sie haben auch eine passende Bezeichnung : Open Educational Resources (OER).

Vor einigen Monaten beschäftigte ich mich erstmals auf dem Educamp in Köln mit OER. Hier war es jedoch nur ein Thema unter vielen.

Vom 14.-16.09.2012 bekamen die offenen/freien Ressourcen nun in Bremen ihr eigenes Barcamp (Was ein Barcamp ausmacht kann man mithilfe dieses Videos am Beispiel eines Educamps nachvollziehen).



 Was ist eigentlich ein EduCamp von Ralf Appelt (CC BY-NC-SA) (siehe letzter Abschnitt).
Quellen und Lizenztext siehe unten.

Mein Interesse war geweckt, meine Skepsis auch. Ob man mit diesem einen Thema ein ganzes Wochenende füllen kann? Es sei vorweg genommen: man kann sehr wohl. Ganz ohne Probleme.

Die 45minütigen Sessions, die das Barcamp ausmachten, deckten vielfältige Unterthemen ab.



(Übersichtsplan als Google-Dokument)


Aber zunächst schien mir die Abgrenzung der Themen auf dem Papier deutlicher zu sein, als in den Veranstaltungsräumen. Da wurde erheblich abgeschweift. Im weiteren Verlauf des Camps besserte sich das aber (zumindes in den von mir besuchten Sessions).
Auf jeden Fall trugen die umfangreichen Diskussionen zu einem stärkeren Bewusstsein über die Schwierigkeiten beim Umgang mit OER bei. Zumindest bei mir.
Die Probleme, die sie mit sich bringen sind vielfältig und ungelöst, jedoch nicht so groß, dass sie einen Einsatz im Unterricht verbieten würden:

  • sachliche Korrektheit?
  • Inkompatibilität der Lizenzen (siehe letzter Abschnitt dieses Posts)
  • nur z. T. bearbeitbar
  • Suche nach Passendem zeitaufwändig
  • einige, wenige Rechtsunsicherheiten

OER fördern

Richtig spannend wurde es dann, als die ersten zarten Versuche begannen, die Diskussionen zu überwinden und konkreter zu werden. Politische Forderungen, PR-Material und -strategien machten Lust direkt mit der Arbeit anzufangen. Aber dann war meist der Workshop schon wieder vorbei. So ist das halt auf einem Barcamp. 
Der Versuch, eine gemeinsame Weiterarbeit zu organisieren wurde hier mit einem Wunschzettel/Masterplan (“WuZeMaP”) erprobt. Innovativ, ansprechend, aber leider (bisher) auch nicht von besonderem Erfolg gekrönt.

Unterrichtsrelevantes

Außerdem gab es da noch Sessions, die mir gefallen haben, weil sie konkrete Anregungen für den eigenen Unterricht gebracht haben, wie das von Karsten D. Wolf über draufhaber.tv.

Bei den Draufhabern handelt es sich um eine Plattform zur Veröffentlichung selbst erstellter Lehrvideos. Das Besondere ist die Möglichkeit einen geschlossenen (Klassen-)Raum zu öffnen und somit die Videos nur im kleinen Kreis zu veröffentlichen. Angenehm ist auch, dass der Server dieses Dienstes in Deutschland steht. Das scheint mir eine (für Eltern) annehmbare Form zu sein, Ihre Schützlinge im Internet zu sehen oder zu hören.

Auch bekannte Dienste, die man bei der Vielzahl der Angebote im Netz leicht wieder aus dem Blick verliert, sind mir zurück ins Gedächtnis gerufen worden. So z. B. Elixier. 

Die Seite www.edutags.de hatte ich zwar nie aus dem Blick verloren, sie sei hier aber dennoch erwähnt, weil ich erstens von der Handhabung der Seite überzeugt bin (besonders die vielen Möglichkeiten der RSS-Einbindung finde ich Klasse) und weil ich zweitens meine, dass das Angebot in der Diskussion ein wenig zu schlecht wegkam. 

Die www.bpb.de hat soweit ich das mitbekommen habe ihre CC-Lizenz-Bestrebungen aufgezeigt. Leider konnte ich an dieser Session nicht teilnehmen, das Angebot schien mir aber (gewohnt) überzeugend. Aber da auf einem guten Barcamp die einzelnen Sessions gut dokumentiert sind, werde ich mich auch darüber noch informieren können.

Was bleibt hängen?

  • Ich BRAUCHE freie/offene Unterrichtsmaterialien für meinen Unterricht.
  • Ich muss mir der Probleme beim Umgang mit OER bewusst sein, sonst komme ich in Teufels Küche.
  • Ein Barcamp kann perfekt organisiert sein. Vielen Dank dafür.

Nachtrag:

An diesem Blogpost kann man erkennen, was mit "Inkompatibilität der Lizenzbedingungen" gemeint ist. Da ich ein Video eingebunden habe, das unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 steht (Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen), kann ich den gesamten Blogbeitrag nicht, wie sonst bei mir üblich, unter einer CC BY 3.0-Lizenz (lediglich mit Namensnennung) veröffentlichen. Wer Unterrichtsmaterial aus verschiedenen Quellen kombiniert, stößt auf genau diese Probleme.
Deshalb:
Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Mediennachweis:
Video: Was ist eigentlich ein EduCamp?
Urheber: Ralf Appelt
Quelle: http://vimeo.com/38693285
Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0
Lizenztext: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/legalcode

Mittwoch, 5. September 2012

BYOD - was funktioniert schon alles an unserer Schule?

Oder:

warum der WLAN-Zugang nur die Spitze des Eisbergs ist.


Grundlage für ein Unterrichten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schülergeräte ist das WLAN der Schule.
Aber wird unser neues Schul-WLAN und die Sicherheitseinstellungen ein Unterrichten ermöglichen?
Ich wollte es genau wissen und nutzte zusammen mit einigen Schülern eine Stunde lang den ersten vernetzten Raum, um verschiedene Internet-Dienste, -seiten und -angebote, die mir (auf die Schnelle) für den Einsatz im Unterricht nutzbar erschienen:

(Klicken zum Öffnen)

Fazit: FANTASTISCH, aber...

Fantastisch ist, dass nach den fruchtbaren Gesprächen der letzten Wochen mit dem Admin ALLE Seiten auf der Liste durch die Firewall kamen (danke dafür).

Aber...
Ja, es gibt auch ein Aber. Und zwar ein erschreckend großes.
Sämtliche Seiten konnten zwar von allen Schülern mit Note- oder Netbook genutzt werden, bei Smartphones und dem Tablet taten sich allerdings Abgründe auf.
Meine Erkenntnisse:
  • Längst nicht jedes Smarphone, das Office-Dokumente öffnen kann, kann auch die eingefügten Links öffnen.
  • Einige Online-Dienste z.B. Audioboo verweisen, sobald sie erkennen, dass sie von einem Smartphone angesteuert werden, auf ihre App und sind ohne diese nicht oder zumindest kaum nutzbar.
  • Flashbasierte Dienste funktionierten nicht bei allen.
  • Kein mir bekanntes etherpad ist mit Tablet und Smartphone nutzbar.
  • Der Seitenaufbau einiger Smartphones ist quälend langsam. 
Das Ergebnis war so niederschmetternd, dass ich meine Vorstellungen über den Einsatz von Schülergeräten erst einmal begraben musste.
Jetzt, mit einigen Tagen Abstand habe ich sie allerdings wieder ausgebuddelt und beginne mir Lösungen zu überlegen.
Eins scheint aber völlig klar:
Die Vorstellung, in eine Byod-Klasse zu gehen und mithilfe eines frischen, neuen Dienstes etwas spontan zu erarbeiten ist wenig realitätsnah. Zunächst müssten Apps instaliert, Konten angelegt und Plugins aktualisiert werden. Und dann hat die Vermittlung der Handhabung noch gar nicht begonnen. Geschweige denn der eigentliche Fachunterricht.

Freitag, 4. Mai 2012

Bring your own device - Konzept oder Einführung durch die Hintertür?

Mobile Endgeräte in Schülerhand

... das hätte ich gerne für meinen Unterricht!
Ob nun schuleigene Netbooks, oder Tablets in Schülerbesitz ist mir im Grunde gleich. Ich könnte mich mit (fast) allem anfreunden.

Doch wie überzeugt man Kollegen und Schulleitung davon? Bisher versuchte ich, in keinen Gesprächsrunden von dem Mehrwert zu berichten, die Möglichkeiten aufzuzeigen und Vorschläge zur konzeptionellen Gestaltung zu machen. Hierfür habe ich z. B. Prezi-unterstützte Vorträge gehalten. (Die Prezi ist hier zu bekommen: http://prezi.com/ychazkh8fqxv/digitale-medien-in-der-schule/. Verwendung und Veränderung sind erlaubt.)

Grundsätzlich bin ich mit der Rückmeldung zufrieden. Doch die "Lobbyarbeit" erzeugt auch Gegenwind. Bedenken werden geäußert. Zeit wird erbeten. Das zerrt an den Kräften...

Neuer Input: byod

Auf dem Educamp 2012 in Köln hat mich vor allem eine Session gefesselt: bring your own device.
Eine gute Review der Session findet man unter http://2headz.ch/blog/?p=2068, eine Audioaufnahme hier: http://soundcloud.com/ue_trainer/byod-bring-your-own-sevice

Die Idee dahinter ist, die vielfältigen eigenen Geräte der Schüler für den Unterricht zu nutzen, anstatt schuleigene Geräte anzuschaffen oder Sammelbestellungen gleicher Netbooks oder Tablets für die Schüler durchzuführen.

An unserer Schule ist nun die Situation folgende:
  1. Die Benutzung von Smartphones, Tablets etc. ist auf dem Schulgelände verboten. Das Mitführen jedoch nicht. Im Unterricht kann zudem der Lehrer die Benutzung erlauben, um sie in den Lernprozess einzubeziehen.
  2. Es wird in Kürze eine WLAN-Abdeckung der Schule realisiert werden.
Somit sind die Voraussetzungen für mobiles Lernen mit unterschiedlichen Schülergeräten gegeben!

Die byod-Idee brachte mich auf einen verlockenden Gedanken...

Dieses "Konzept" muss gar nicht als solches angepriesen und in Konferenzen vorgestellt und abgestimmt werden. Da (zunächst) keine Kosten auf die Schule zukommen, kann man sich den Traum eines jeden Technik-affinen Lehrers erfüllen: einfach anfangen!

Anfangen, ...
... den eigenen Unterricht mit mobilen Endgeräten durchzuführen.
... die Schüler zu begeistern und zu bestärken, diese Arbeitsweise auch bei anderen Kollegen vorzuschlagen.
... interessierten Kollegen in Flurgesprächen zu berichten und sie zu motivieren, es auch einmal zu erproben.

Diese Vorgehensweise bietet die Möglichkeit die Strategie byod nach und nach an der Schule einzuführen.
So kann das Konzept überzeugen ehe es überhaupt eines ist. Begeisterung kann geweckt werden. Dies wäre sozusagen eine Einführung mobiler Endgeräte durch die Hintertür.

Aber ist das der richtige Weg?

Was ist mit den Nachteilen dieses Konzepts:
  • Was ist mit den Schülern, die sich kein Gerät leisten können?
  • Was ist mit dem Material- und Ideenaustausch unter Kollegen, wenn es keine offizielle Vorstellung gab?
  • Wie geht man mit technischen Schwierigkeiten bei der Einbindung solch unterschiedlicher Geräte ins Schul-Netz um?
  • Wer soll Rückmeldung geben?
In einem gemeinsam geplanten Konzept könnten diese Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden, z. B. durch:
  • Anschaffung von Schulgeräten als Ergänzung,
  • Bildung von Kollegen- oder auch Schüler-AGs zur Erforschung der Möglichkeiten des Einsatzes im Unterricht,
  • Evaluation des Konzepts durch außerschulische Partner,
  • Austausch und Fortbildung der Kollegen mit "offizieller" Unterstützung der Schulleitung.
Was also ist die richtige Vorgehensweise? Anfangen oder Überzeugen?

Sonntag, 26. Februar 2012

Darf ich digitale Arbeitsblätter bei Moodle einstellen? 3. Teil - Merlin

Eine Recherche beim Schulbuchzentrum-online, bei dem eine Vielzahl von Verlagen zusammengeschlossen sind, hat leider keine neuen Erkenntnisse gebracht. Hier ist alles pauschal erstmal verboten. Man bleibt vage.

Deshalb werde ich meine Berichterstattung zu dem Thema vorerst abbrechen.... fast jedenfalls.

Ich möchte nicht enden, ohne ein Positivbeispiel zu nennen und zu zeigen, wie es gehen könnte.

2011 haben die kommunalen Medienzentren in Niedersachsen gemeinsam Nutzungsrechte für eine Vielzahl von Medien erworben. Dieses Projekt nennt sich Merlin (www.merlin.nibis.de). Niedersächsische Kollegen werden es vielleicht kennen.

Diese Medien stehen online für alle niedersächsichen Schulen bereit. Kostenlos.

In den Nutzungsbedingungen finden sich Formulierungen, die dem feuchten Traum eines medienliebenden Lehrers entsprungen sein könnten:
  • Die Medien dürfen auf Schulservern zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Medien dürfen auf allen in der Schule befindlichen Rechnern genutzt werden.
  • Die Lizenzzeiten sind unbegrenzt.
  • Das kopieren auf Speichermedien ist erlaubt.
  • Die Medien könne in virtuellen Lernumgebungen genutzt werden.
  • Die Bearbeitung der Materialien ist zulässig.

Fan-tas-tisch!

Selbstverständlich sind an diese umfangreiche Einräumung von Nutzungsrechten auch (faire) Bedingungen geknüpft:
  1. Die Medien dürfen nur im schulischen Kontext genutzt werden.
  2. Nach Beendigung der Arbeit sind die Medien von den heimischen PCs der Schüler(!) zu löschen.
  3. Lehrer, die die Materialien nutzen möchten müssen einmalig(!) einen Vordruck unterschreiben, in dem sie sich zur Einhaltung der Regeln einverstanden erklären.
  4. Schüler, denen die Medien digital zur Verfügung gestellt werden, müssen ebenfalls einen solchen Vordruck unterschreiben. (Dieser letzte Punkt ließe sich ggf. bereits beim Unterschreiben des Schulvertrags einbinden.)
So kann es gehen.

Ich bitte die Verlage, die mir digitale Arbeitsmaterialien verkaufen möchten, sich aber auf der anderen Seite mit Händen und Füßen gegen eine adäquate Nutzung und Weiterverarbeitung wehren, ihr Geschäftsmodell zu überdenken.

Ich persönlich würde nämlich gerne auch in Zukunft gut aufbereitetes Unterrichtsmaterial von professionellen Verlagen nutzen. Die Alternative, alles selbst zu verfassen, wäre unglaublich mühevoll für mich und meine Kollegen.
Dies ist aber die einzig mögliche Konsequenz, wollen wir weiterhin mobile Endgeräte und Computerräume in der Schule nutzen.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Darf ich digitale Arbeitsblätter in Moodle einstellen? Teil 2 - Cornelsen

Cornelsen bietet eine Vielzahl von digitalen Arbietsblättern inclusive didaktischen Erläuterungen zum kostenpflichtigen Download an. Am bequemsten geht das als Abo.

In den AGB findet sich zunächst mal nichts neues. Ähnliche Aussagen, wie bei Klett. Alles bleibt pauschal verboten. Konkretisiert wird wenig.

Dann aber ein Lichtblick. Cornelsen hat unter dem Menüpunkt Rechtliche Hinweise Stellung genommen zum umstrittenen § 52 a UrhG. 
Quelle: http://www.cornelsen.de/service/1.c.2572349.de#1.c.2730541.de

Hierbei gehen die Ausführungen an einer Stelle über die mir bekannten hinaus. 
Unter dem Punkt Schutzvorrichtungen wird Lehrkräften die Nutzung von "Werken" auf einem "Server" unter Auflagen erlaubt. 
Für eine konkret zu unterrichtende Klasse darf ich dort "Werke" zur Verfügung stellen, wenn der Zugriff darauf passwortgeschützt ist und ich anschließend alles wieder lösche.

Das ist die erste zarte Konkretisierung, die ich lese. Immerhin.

Da jedoch vorher eine "Nutzung" von Unterrichtsmaterial pauschal und mit fettgedruckten Buchstaben ohne Genehmigung des Verlags ausgeschlossen wurde (auch und explizit: online bereitgestellte Arbeitsblätter), bleiben Fragen offen. Denn eine Genehmigung für die Nutzung "via Internet oder Intranet" bekommt man nur auf Anfrage und die kostet zusätzliche Lizenzgebühren, wie man im Abschnitt Vertragliche Einwilligung liest.

Fazit für Cornelsen:
Digitale Arbeitsblätter darf man kaufen, ausdrucken und auf Papier in der Klasse verteilen. Wer sie in einem LMS einsetzten will, darf dies nur unter Auflagen tun und muss zusätzliche Lizenzgebüren bezahlen.

Schauen wir mal, was die anderen Verlage sagen... im nächsten Blogbeitrag.

Freitag, 17. Februar 2012

Darf ich digitale Arbeitsblätter in Moodle einstellen? Teil 1 - Klett


Ich habe, zum Teil persönlich, zum Teil über die Schule, die Möglichkeit, zahlreiche digitalen Arbeitsblätter deutscher Schulbuchverlage über das Internet zu beziehen. Diese Dienste werden ordnungsgemäß bezahlt und kosten viele hundert Euro im Jahr. 

Nun arbeite ich gerne mit Moodle und da läge es eigentlich nahe, auch das ein oder andere digitale Arbeitsblatt an geeigneter Stelle in solch eine virtuelle Lernumgebung zu integrieren. Warum sollte ich Kopierkosten und Mehrarbeit in Kauf nehmen, wenn ich das bezahlte Produkt mit wenigen Klicks einbinden und der Klasse zur Verfügung stellen könnte.

Bisher habe ich immer davon Abstand genommen, da mir die Rechtslage nicht ganz klar war. Die Diskussion um die Plagiatssoftware  http://www.urheberrecht.th.schule.de/86210899320b0a30b/033a7a9f0706fe902/index.html (§6 Abs. 4), aus den Medien bekannt als „Schultrojaner“, hat mich zudem verunsichert.

Aber wie ist nun die Rechtsgrundlage? Schließlich scanne ich da ja keine Schulbücher ein. Es können für digitale Materialien unmöglich die gleichen Verwertungsrechte gelten, denn eine digitale Speicherung von eingescanntem Schulbuchmaterial ist verboten, wohingegen es bei den Download-Arbeitsblättern vonnöten ist, ja bei Klett sogar erbeten wird. So heißt es in den allgemeinen Geschäftsbedingungen:

„Der Verlag fordert bei der Bestellung von digitalen Produkten den Kunden zum unverzüglichen Download der Produkte und zur Anfertigung einer Sicherheitskopie auf.“
Quelle: http://www2.klett.de/sixcms/list.php?page=kontakt_seite&anfrage=ja&agb=ja. Stand: o.D., letzter Zugriff: 17.02.12

Ok. Es gibt also andere Regeln. Nur welche? Ich werde in den nächsten Tagen mal einen Blick in die AGB  der Schulbuchverlage, die einen Downloadbereich anbieten, wagen. Beginnen möchte ich mit Klett, später sollen auch Schroedel, Cornelsen und Westermann hinzukommen
Bei Klett heißt es:

„Der Kunde verpflichtet sich […], die Inhalte der digitalen Produkte nicht […] zu übermitteln, […] zu teilen […] oder in sonstiger Weise zu übertragen oder zu nutzen.“
Quelle: http://www2.klett.de/sixcms/list.php?page=kontakt_seite&anfrage=ja&agb=ja. Stand: o.D., letzter Zugriff: 17.02.12

Dort steht zwar nicht direkt etwas über eine Nutzung in einem passwortgeschützten Lernmanagementsystem, die Formulierung gibt aber Grund zur Annahme, dass es möglicherweise illegal sein könnte. Wobei die Formulierung in sonstiger Weise zu nutzen streng genommen sogar jegliche Nutzung der Arbeitsblätter verbietet. Die „strenge“ Auslegung muss ja nun irgendwo ihre Grenzen haben. Warum soll ich etwas kaufen, was ich überhaupt nicht nutzen darf.

Also ist es Auslegungssache. Das ist unbefriedigend.
Ich suche weiter.

PS:
Interessant finde ich auch die Lösung, die Klett für ihre „Online-Links“ vorgesehen hat. Für die, die die Werke von Klett nicht kennen: Es gibt online verfügbare Schulbuch-Ergänzungen, auf die in den Lehrbüchern hingewiesen wird. Eine feine Sache. Diese Seiten sind frei ansteuerbar und nicht passwortgeschützt. In den AGB heißt es hierzu:

Auf Online-Links des Verlages darf aus anderen, nicht von dem Verlag herausgegebenen Online- oder Offline-Medien nicht direkt verwiesen oder verlinkt werden.
Quelle: http://www2.klett.de/sixcms/list.php?page=kontakt_seite&anfrage=ja&agb=ja. Stand: o.D., letzter Zugriff: 17.02.12

Ich darf also nicht in Moodle auf diese Seite verlinken! So sehr ich in diesem Fall die Sichtweise der Verlage verstehe, die investieren ja Arbeitskraft um ihren Käufern (und nicht dem gesamten Bildungsbereich) etwas Gutes zu tun, so bedenklich finde ich den Versuch, das Verlinken auf eine frei zugänglichen Seite zu untersagen.

Stattdessen werde ich wohl einfach auf das Ergebnis einer Googlesuche verlinken. Denn Google kann natürlich diese Seiten auch finden – z. B.: http://www.google.de/search?q=regenwald+ad%C3%A9+klett&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

Da ich nicht „direkt“ auf den Online-Link verwiesen habe, sollte ich hiermit auf der sicheren Seite sein.
Macht Google sich eigentlich mit der Verlinkung darauf auch strafbar? ;-)

Ich glaube, jetzt bin ich mitten in der ACTA-SOPA- PIPA-Diskussion, oder?

Damit möchte ich es (vorerst) bewenden lassen.



Freitag, 9. Dezember 2011

Wiki, und dann? Kollaborative Arbeitsergebnisse überprüfen und sichern


Ich experimentiere zurzeit gerne mit kollaborativen Arbeitsformen über Moodle. Aber egal ob Wiki, Etherpad oder ein gemeinsam erarbeitetes Popplet, immer stehen wir vor einem Wust von Material, das nicht so ohne weiteres in einer Sicherungsphase untergebracht werden kann.

Logo der moodle.
Quelle und Lizenz siehe unten.

Mein Netzwerk von Medienberatern und erfahrenen Kollegen hat mir so einiges dazu geraten:
z. B. die Beiträge noch einmal vortragen lassen (aber Vorträge oder gar Präsentationen sind ja gar nicht vorbereitet worden... das wäre dann ja doppelte Arbeit. Warum sollte man dann überhaupt zuerst das Wiki machen?)

Ich habe jetzt einmal versucht ein Forum als Hilfsmittel einzusetzen.
Doch der Reihe nach...

Zunächst bekam der Kurs eine Mindmap bei popplet.com zu sehen. Ihr Auftrag war, mithilfe der beigefügten Internetseiten jeweils einen Aspekt der Mindmap genauer zu erläutern. Hierfür mussten sie sich bei Popplet anmelden und ich musste sie „freischalten“ (alles in allem kein wirklich komfortabler Webdienst).
So füllte sich die Mindmap nach und nach mit reichlich Inhalt.

Nun zum besagten Forum:
Der Kurs hatte nach Fertigstellung der prall gefüllten Mindmap den Auftrag, sich die geistigen Ergüsse ihrer Mitschüler einmal genauer anzusehen und im Forum Fragen oder Ergänzungen zu formulieren. Fehler sind so aufgedeckt worden, zu stark verkürzte Zusammenfassungen wurden hinterfragt.
Die Autoren konnten dann darauf antworten, die Ergänzungen kritisieren oder Weiteres beisteuern.


Das Forum wurde noch eine Woche „offen“ gehalten um den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich auch von Zuhause aus am Forum zu beteiligen. Als Bewertungsgrundlage wurde die Quantität und Qualität der Forenbeiträge herangezogen. So war sichergestellt, dass mit einer gewissen Ernsthaftigkeit gearbeitet wurde.

Resümee:
Lief ganz gut. Beim nächsten Mal würde ich die Arbeit mit dem Forum stärker in zeitlich klar vorgegebene Phasen einteilen.
1. Phase: mehrere Schülertexte lesen und mehrere Forenbeiträge verfassen.
2. Phase: Forenbeiträge lesen (ggf. mit Schülertexten nachvollziehen) und in die Diskussion einsteigen.

Schwachpunkte:
Foren sind lediglich für „exemplarische“ Unterrichtsinhalte geeignet. Wenn 30 Schüler über 30 verschiedene afrikanische Staaten oder global Player schreiben, so muss nicht jeder Beitrag von jedem gelesen werden. Die grundlegenden Aspekte werden schon nach wenigen Beispielen erkannt. 

Wenn die Inhalte sich aber gegenseitig bedingen und beeinflussen, müsste im Grunde jeder Schüler alles lesen (z. B. beim Thema Klimawandel mit den Unterpunkten CO2-Emissionen, Meeresspiegelhöhe, Sturmentwicklung, etc.). Das ist nur als Ganzes zu verstehen. Aber das komplette Durchlesen eines umfangreichen Wikis (oder Popplets) ist meiner Meinung nach (je nach Umfang der Texte) recht zeitaufwändig und langweilig.

Die eigentliche Sicherung der grundlegenden Erkenntnisse ist mit dem Forum immer noch nicht erreicht. Es bietet sich also an, im Anschluss noch ein auf das Wesentliche reduziertes Tafelbild zu erarbeiten, in das die Kenntnisse aus dem Forum einfließen können.

Lizenz: GNU Library General Public License (LGPL), Version 2.0
Lizenztext: https://gnu.org/licenses/old-licenses/lgpl-2.0

Abbildung Forum: Screenshot aus dem eigenen Moodle-Kurs