Mittwoch, 10. Juli 2013

Hinderungsgründe bei der Erstellung von Open Educational Resources

Remix des Logos von Jonathas Mello CC BY 3.0 - 
Quelle und Lizenztext siehe unten. 
Ich bin ein Freund von Open Educational Resources. Das bin ich wirklich. Und doch muss ich immer wieder auf die Frage, wo man denn meine gesammelten Werke, meinen Beitrag zur offenen Bildungsmaterialrevolution finden kann, ausweichend und kleinlaut antworten, dass da so ganz viel noch nicht zustande gekommen ist.
Nun bin ich einmal in mich gegangen, um die Ursachen für dieses Missverhältnis zu verstehen.


Heraus kamen folgende vier Gründe, die mir das Erstellen von OER erschweren:


1. Schutz geistigen Eigentums
Selbstverständlich habe ich unglaublich viele Arbeitsblätter, Präsentationen und Tafelbilder am Computer erstellt. Ich habe jedoch in den letzten Jahren, so wie die meisten meiner Kollegen, mit Schulbüchern gearbeitet. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung haben die Verlage ein regelrechtes Ökosystem um ihre Schulbücher generiert. Man bekommt Online-Ergänzungen, digitale Schulbücher, Zusatzprogramme etc. Im besten Fall sind diese fein aufeinander abgestimmt. Dementsprechend sind meine eigenen Materialien häufig auf die Schulbücher bezogen oder (seit einigen Wochen darf man das ja) sogar mit Abbildungen aus den Verlagsmaterialien versehen. Und hier hakt es natürlich. Erstens macht es nur bedingt Sinn, ein Arbeitsblatt zu veröffentlichen, das sich auf Texte und Diagramme aus einem ganz konkreten Schulbuch bezieht (ein Beispiel, wo ich es doch gemacht habe, findet sich hier), zweitens darf ich natürlich nichts verbreiten, was urheberrechtlich geschützte Inhalte aufweist. Meine bisherige ¨verlagsorientierte¨ Arbeitsweise (die bis vor kurzem auch tadellos funktionierte) erschwert somit die Veröffentlichung meines umfangreichen Datenbestands. Um sich davon zu lösen müsste ich jede Unterrichtseinheit neu konzipieren und mit neuen, offenen oder ganz und gar selbst gestalteten Materialien versehen. Eine Mammutaufgabe, die hemmt und besonders bei dem Unterricht, der ganz besonders gut lief, nicht wirklich einzusehen ist.

2. Originalquellenorientierung
Ich habe mir sagen lassen, in vielen Fächern sei es nicht angemessen, selbst Verfasstes einzubringen. Zumindest nicht in der Sek II. Dort nehme die Originalquellenanalyse einen bedeutenden Platz ein, hieß es. Besonders die Auswertung historischer Dokumente im Geschichtsunterricht dürfe keinesfalls ersetzt werden, durch einen didaktisierten, selbst verfassten Text. Nun bin ich kein Historiker aber der Argumentation kann ich ein Stück weit folgen. Vermutlich macht es auch keinen Sinn im Deutschunterricht lediglich selbst verfasste Lyrik zu lesen oder in Musik ausschließlich eigene Stücke zu analysieren. Und auch in Erdkunde macht eine Gegenüberstellung von Texten von Greenpeace und Shell mehr Sinn, als eine von mir geschriebene Zusammenfassung. In Mathematik mag dies weniger eine Rolle spielen und auch in der Sek I sehe ich mehr Möglichkeiten.

3. Moodle der Verführer
Mit Moodle (und natürlich auch mit allen anderen Lernmanagementsystemen) ist es mir möglich neben OER auch sämtliches frei zugängliches Material einzusetzen, das nicht CC-lizensiert ist. Jedes Material im Internet, das nicht durch eine Passwortsperre geschützt ist, kann per Link eingebunden werden. Homepages, pdf-Dateien, Filme, eBooks, Hörbeiträge... alles was das Herz begehrt. Solange ich diese Quellen nicht einbette, sondern lediglich darauf verlinke, ohne ein Vorschaubild zu verwenden, ist es völlig egal, unter welcher Lizenz das Material veröffentlicht wurde. Da es unter diesen Voraussetzungen so unglaublich viele Materialien im Internet gibt, die ich einsetzen kann, besteht für mich nicht oft die Notwendigkeit, eigenes Material zu entwerfen.

4. Fehlende Ausstattung
OER machen vor allem in Kombination mit digitalen Endgeräten Sinn. Klar kann man zumindest Arbeitsblätter auch kopieren und austeilen, das treibt jedoch meine Kopierkosten in die Höhe. Solange noch nicht alle Schüler mit einem eigenen Gerät ausgestattet sind bzw. ich noch keine schuleigenen, mobilen Geräte zur Verfügung habe, muss ich Kompromisse eingehen beim Einsatz im Unterricht. Wenn ich einen Kurs vor mir habe, der nur zu 2/3 mit eigenen Geräten versorgt ist, überlege ich es mir gut, ob ich  ein digitales Arbeitsblatt entwerfe und einsetze, oder doch wieder auf das Schulbuch zurückgreife. Schließlich erreiche ich so nur einen Teil der Klasse (z. B. in arbeitsteiliger Gruppenarbeit).

Fazit: Ich werde wohl auch im kommenden Schuljahr auf Schulbücher setzen und den Unterricht mit Internetquellen lediglich unterstützen bzw. differenzieren. Dennoch werde ich an ausgesuchten Stellen OER generieren und einsetzen. Zum Beispiel könnte ich bei Moodle die Arbeitsaufträge, Links etc. nicht "direkt" in dem Lernmanagementsystem eintragen, sondern ein Google-Dokument erstellen, das ich dann sowohl in den Kursverlauf innerhalb von Moodle einbinden, als auch über das Internet mit Kollegen teilen kann.
Ferner werde ich für eine zunehmende Ausstattung der Schüler werben, um den Einsatz digitaler Medien im Unterricht insgesamt voranzubringen (siehe Hinderungsgrund Nr. 4).

Bildnachweis:
Remix des Logos von Jonathas Mello 

Donnerstag, 11. April 2013

Geräte raus, der Unterricht fängt an..! - Erfahrungsbericht über sechs Monate BYOD


Meine Schüler dürfen ihre eigenen Geräte in den Unterricht mitbringen und mit meiner Erlaubnis nutzen. Nachdem seit Beginn des Schuljahres mein Fachraum mit einem WLAN-Router versehen wurde und die Schüler in der Lage sind, sich passwortgeschützt in das Schulnetzwerk einzuloggen, konnte es endlich losgehen mit BYOD.
Fein :-)

Hier möchte ich nun über die von mir erlebte Entwicklung in den letzten sechs Monaten berichten.

1. Phase des ungläubigen Herantastens
“Wer von euch hat denn ein Smarphone dabei? Ich würde gerne ausprobieren, ob ihr euch damit ins Schülernetz einwählen könnt. Dann könnte ich das im Unterricht einplanen.” So, oder so ähnlich, hat es begonnen.
Wobei die Schüler, die es gewohnt waren ihr Handy lediglich heimlich auf der Toilette oder in abgelegenen Fluren zu nutzen, da es ihnen sonst weggenommen würde, zunächst zögerlich auf die Aufforderung reagierten, ihr Spiel-, Kommunikations- und Informationsgeräts im Unterricht einzusetzen.
Sie hatten noch keine Erfahrung mit dieser Situation, wussten noch nicht so recht, was sie durften und was nicht. Viele machten einen staunend, ungläubigen Gesichtsausdruck. In dieser Phase galt es Regeln zu vereinbaren (viel war gar nicht nötig) und noch nicht die dicke, kollaborative Keule zu schwingen. Es wurden deshalb in den ersten Stunden lediglich vorgegebene Informationen aus dem Internet abgerufen. Mal ein Text, mal ein kurzes Youtube-Video. Da längst nicht jeder ein Smartphone (dabei) hatte, wurde darauf geachtet, genügend Offline-Material zur Verfügung zu stellen. So konnten weniger technikaffine Schüler, zunächst ohne das Internet oder in Partnerarbeit mit den Handybesitzern, die gleichen Lernerfolge erzielen.

2. Phase der forschen Aufrüstung
Diese Phase begann bei einigen Schülern bereits in der zweiten Stunde. Sobald klar war, dass man technisches Gerät nutzen durfte, wurde es auch herangeschafft. Bald waren immerhin bis zu vier Laptops parallel zu den bestehenden Schülerhandys im Einsatz.
Bei anderen stellte sich der Prozess deutlich später ein. In jedem Fall bleibt festzuhalten, dass ich nun, nach einem halben Jahr, eine Vollversorgung meines Kurses vorweisen kann. Jeder hat mindestens ein WLAN-fähiges Smartphone. Tablets sind übrigens interessanterweise nicht dabei!

3. Phase der Abschwächung
Diese Phase betraf nur die Schüler, die einen Laptop mitbrachten. Die schweren Geräte wurden nach anfänglicher Euphorie nun nicht immer und von jedem mitgenommen. Das hatte mehrere Gründe:
  1. Während die Einbindung von Smartphones ins Schülernetzwerkt ohne Probleme funktionierte, gab es bei den Laptops z. T. erhebliche Schwierigkeiten, da für die Einwahl in das Schulnetz ein Sicherheitszertifikat an äußerst versteckter Stelle eingefügt werden musste. Das nötige Prozedere für diese Einbindung war bei allen Betriebssystemen und Betriebssystemversionen unterschiedlich. Das erschwerte die Einbindung der Geräte erheblich. Fazit: Technik, die nicht funktioniert, nimmt man nicht mit.
  2. Manchmal wurden die Laptops mitgebracht, ohne dass damit (intensiv) gearbeitet wurde, bzw. das Smartphone hätte es auch getan. Fazit: Technik, die man nicht unbedingt braucht, nimmt man nicht mit.
  3. Häufig standen Informatikräume zur Verfügung, so dass der Unterricht stattfinden konnte, auch wenn die Schüler nicht ihre Laptops eingepackt hatten. Fazit: Technik, die man nicht unbedingt braucht … ach, das hatten wir schon.
  4. Die Dinger sind wirklich verflixt schwer.

4. Phase der Professionalisierung
Die Nutzung der Schülergeräte zur Informationsaufnahme wurde im Unterricht recht zügig ergänzt durch die Nutzung zur Erstellung eigener Inhalte. Mindmaps, Wikis, Slide- und Podcasts wurden erstellt, verschiedene Internetdienste genutzt. Die Lust zur Mediennutzung und -produktion war auf Schülerseite klar gegeben. Die Kompetenz wuchs zusehends. Und mit ihr auch die Ansprüche der Schüler. Und zwar erheblich. Sie sprengte schnell die Möglichkeiten, die die Smartphones boten. Wenn der Arbeitsauftrag die Erstellung eines kurzen Hörbeitrags vorsah, der mit der Aufnahmefunktion eines Handys hätte erledigt werden können, wurden von den Schülern teuer aussehende Studiomikrofone und Laptops mit Schnittsoftware aufgefahren.

Fazit:
  • Medieneinsatz und -produktion ist bei den Schülern beliebt und bringt Motivation und Abwechslung in den Unterricht. Das wird von ihnen auch GANZ DEUTLICH kommuniziert.
  • Schüler möchten möglichst professionelle Arbeitsergebnisse abliefern und streben nach hoher Funktionalität ihrer Geräte.
  • Aber: beim Lesen/Video schauen reicht den meisten ihr Handy. Steht parallel dazu ein schuleigener, hochgefahrener Laptop bereit, wird von der Mehrheit das eigene Gerät bevorzugt.
  • Auch wenn nur wenige Laptops im Kurs zur Verfügung stehen, kann Medienproduktion stattfinden. Dann meist in Gruppenarbeit, da z. B. die Erstellung eines komplexen Wirkungsgefüges auf einem Handy nur sehr bedingt möglich ist. Das klappt, macht aber nur bis zu einer gewissen Gruppengröße Sinn, da sonst nicht alle mitarbeiten (können).

Ausblick:
Da stehe ich nun, bin begeistert vom Elan meiner Schüler und von den Möglichkeiten, die mobile Endgeräte dem Unterricht bieten. Und doch bin ich erschrocken, wie schnell wir an die Grenzen gestoßen sind. Smartphones sind nett, man kann schöne kleine Sachen damit machen. Aber einem medial geschulten Kurs reicht das nicht. Die Funktionalität eines PC hat diese Gerätegattung halt nicht.
Gerne würde ich jetzt mit einem schuleigenen Klassensatz an 10-Zoll-Tablets weiterarbeiten. Vielleicht sind diese die Lösung für das Dilemma, dass auf der einen Seite Laptops eigentlich zu schwer sind, um sie für den Einsatz in lediglich einem Fach mitzuschleppen und dass auf der anderen Seite Smartphones nicht leistungsfähig und groß genug sind für anspruchsvolle Arbeit. Nur haben wir leider (noch?) keinen solchen Klassensatz ;-)
Die andere Möglichkeit wäre, die zwar geringen aber durchaus lohnenswerten Möglichkeiten der Smartphones gezielter einzusetzten und dafür auf die Qualität der Arbeiten zu verzichten. Bei einem ersten Versuch mit einem von Schülern erstellten “in-plain-english”-Videos hat das sehr gut geklappt. Auch ohne zusätzlich angeschlossene Profi-Mikrofone, Videoschnittsoftware oder mehrspuriger Audiobearbeitungsprogramme konnten feine Ergebnisse erarbeitet werden.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Legales Kopieren und die Auswirkungen auf OER


Am 6. Dezember 2012 beschloss die Kultusministerkonferenz, die Regeln für Digitalisate neu festzulegen. Man einigte sich auf ein liberaleres Kopier- und Nutzungsrecht.
Das bedeutet, dass Lehrer ab dem 1. Januar 2013 digitale Kopien von Schulbuchmaterial machen dürfen, diese auf ihrem Rechner und z.B. auf ihrem USB-Stick speichern dürfen, um sie dann im Unterricht über den Beamer zu zeigen.
Vervielfältigungen an die Schüler zu verteilen bleibt (digital) leider weiterhin verboten. Auch in passwortgeschützen Lernumgebungen. [update: diese Information ist bisher nur eine Vermutung - eine Anfrage beim Verband blieb unbeantwortet]
Zahlreiche Beispiele, was erlaubt und was verboten ist, findet man auf den Seiten des Verbands Bildungsmedien. [update: veraltete Informationen]

Meines Erachtens ist die Neuregelung eine notwendige Entwicklung, die die Arbeit einiger Kollegen legalisiert, jedoch leider auch deutliche Grenzen beibehält.

Hier lohnt sich nun ein näherer Blick in die Lehrerzimmer der Republik.
Meine Beobachtungen an verschiedenen Schulen und die Rückmeldungen bloggender Kollegen legen die folgende Kategorisierung von Lehrern nahe:

  1. Da gibt es die knappe Mehrzahl an Kollegen, die so gut wie keine elektronischen Geräte für den Unterricht nutzt. Diese Lehrer haben in der Vergangenheit den Verlagen keinen "Schaden" zugefügt, da sie deren Materialien nicht digitalisiert verwenden.
  2. Dann gibt es vermutlich Kollegen, die nutzen immer wieder mal Beamer und interaktive Tafeln oder zumindest den heimischen Rechner zur Erstellung von Arbeitsblättern. Diese Kollegen haben sich in der Vergangenheit wenig um die Rechtslage geschert, wenn es um die Einbindung von Verlagsmaterial in ihre digitalen Tafelbilder oder in ihre ausgedruckten Arbeitsblätter geht.
  3. Das führt mich dann zu der verschwindend geringen Zahl an Kollegen, die schwerpunktmäßig digital arbeiten (lassen), sich der bisherigen Rechte-Lage bewusst sind und die sowohl in ihren Tafelbildern als auch in ihren Arbeitsblättern Schulbuchmaterial vermeiden. Diese Lehrer wurden durch die bis einschließlich 2012 gültige Rechtslage geradezu zu Offenen Bildungsmaterialien (OER) gedrängt. Der Lehrertyp 3 entwirft (digitale) Arbeitsblätter und Online-Kurse mithilfe frei verfügbarer Internetquellen und nutzt CC-lizensiertes Material.
Diese Lehrer werden weder so geboren noch werden sie entsprechend ausgebildet (die wenigsten Studienseminare dürften Themen wie Urheberrecht und Lizenzmodelle in ihrem Curriculum haben). Häufig entwickeln sich solche Kollegen nach und nach aus Lehrertyp 2. Dies geschieht, wenn ihnen bewusst wird, dass die bisher gültige Rechtslage eine sinnvolle, legale Einbindung in den multimedialen Unterricht kaum zulässt.
Diese Entwicklung vom fraglos nutzenden zum Alternativen suchenden Lehrer wäre um so stärker ausgeprägt gewesen, je intensiver die Verlage ihre Zwangsmaßnahmen (Stichwort: Schultrojaner) durchgesetzt hätten. Die Angst vor Strafe hätte die Zahl der Typ-2-Lehrer vermindert und zum einen mehr Computerverweigerer, zum anderen mehr OER-Kollegen hervorgebracht.
Dementsprechend war es eine ungewollt kluge Entscheidung der Bildungsverlage, ihre Bestrebungen nach verdachtloser Bespitzelung von Schulrechnern aufzugeben.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, wie sich die Produktion Offener Bildungsmaterialien nach der Legalisierung der Digitalisierung von Schulbuchmaterial entwickelt?

Ein Lehrer, der bisher sein digitalisiertes Schulbuchmaterial ohne Rücksicht auf Rechteinhaber und Lizenzen im Unterricht verwandt hat, wird nun, nach Legalisierung seines gewohnten Arbeitsverhaltens, deutlich weniger Ansporn haben, nach offenen/freien Alternativen zu suchen oder gar eigenes CC-lizensiertes Material zu entwickeln, da er seine bisherigen mit Verlagsmaterial gespickten Arbeitsblätter und Tafelbilder bedenkenlos weiter verwenden kann.
Und da der Output von OER, der vor der Novellierung der Nutzungsrechte aus der Lehrerschaft erwuchs, eh schon nicht so groß war, wie es sich Befürworter gewünscht hätten, ist fraglich, ob mit der neuen Regelungen die positive Entwicklung von OER aufrecht erhalten werden kann.

Ich würde es mir wünschen. Denn die Änderung der Nutzungsrechte bringen meinem Unterricht wenig. Will man nicht nur digital "vorturnen" sondern die Schüler handlungsorientiert in die informationstechnologisch unterstützte Arbeit einbeziehen (möglichst mit einer 1:1 Ausstattung), sind Offene Bildungsmaterialien unerlässlich.

Mittwoch, 7. November 2012

Erste Eindrücke von www.digitale-schulbuecher.de


Die Bildungsverlage in Deutschland haben sich lange gewehrt, gegen den Trend zur Digitalisierung von Lehrmaterialien. Zu groß war wohl die Angst vor der Pleite  massiven Umsatzeinbußen durch unkontrollierte Verbreitung. Diese Angst führte gar zur Forderung der Verlage zur Einrichtung des fälschlich aber irgendwie doch treffend bezeichneten "Schultrojaners" und verhinderte lange Zeit die professionelle Erstellung eines "digitalen Schulbuchs". Zwar gab es immer wieder CD-basierte Lernbausteine, ein richtiges Pendant zum Schulbuch - oder gar einen Ersatz - fand man jedoch nicht.

Zudem machten es die versierten Lehrer (versiert in Bezug auf den Umgang mit digitalen Medien) den Schulbuchverlagen auch nicht leicht. Variabel einsetzbar sollte Unterrichtsmaterial sein. Übertragbar, bearbeitbar, multimedial usw. Eine einfache pdf-Kopie hätte den Ansprüchen nicht genügt. 

Letztlich wurde auch der Trend zur Bindung an Apple ein einziges Unternehmen sowohl von Verlegerseite als auch von (vielen) Lehrern skeptisch gesehen. Das digitale Schulbuch sollte also auch "unabhängig" sein.

Viele Bedenken und Forderungen führten zu einer langen Durststrecke. 

Nun startete jedoch unter www.digitale-schulbuecher.de das lange angekündigte Portal der Schulbuchverlage.

Ich habe mir direkt mal ein bei uns eingeführtes Lehrwerk angeschaut. Nämlich das Fundamente Geographie Oberstufe von Klett. Und weil es in der Testphase kostenlos erhältlich ist, habe ich die Lizenzen für meinen Oberstufenkurs gleich mit besorgt.

So können die dicken Wälzer im Fachraum gelagert und die Hausaufgaben am heimischen PC mit der ebook-Variante erledigt werden.

Man kann diese Lehrwerke browserbasiert online nutzen und/oder sich eine Software installieren, um die "Bücher" zu lesen.

In den FAQ steht, die Verlage könnten hier vielfältige Medien einbinden. Bisher habe ich aber nur eine 1:1-Kopie der offline-Bücher wahrgenommen, in der die Links verknüpft und somit anklickbar sind. Mir persönlich reicht das. Ich muss das Video, das ich anklicken kann, nicht auch im Buch "embeddet" haben. Allerdings ist so natürlich eine ständige Internetverbindung Voraussetzung. 

Positiv finde ich die Suchfunktion, das Inhaltsverzeichnis, das Verzeichnis für das (verlinkte) Zusatzmaterial, die Lesezeichenfunktion sowie die Möglichkeit der Kommentierung von Lehrmaterialien. All das kennt man schon von pdf-Dateien. Darüber hinaus findet man auch eine Werkzeugleiste, die man von interaktiven Tafeln gewohnt ist. Man kann also auch in das Buch reinmalen, Dinge unterstreichen und (anders als beim analogen Buch) auch wieder löschen. Dies erscheint mir besonders für Tablets eine hervorragende Lösung zu sein. Die Ergänzungen, die man macht, können auch bei der Software-Variante online abgeglichen werden. 

Dummerweise ist grade die Nutzung des Angebots für Tablets nur bedingt möglich. Eine Programmversion für diese Geräte ist noch nicht vorhanden aber angekündigt. Browserbasiert fallen zumindest Apple-Produkte komplett aus, da die Schulbuchverlage sich für Flash entschieden haben, was diese Geräte nicht darstellen können.

Hier liegt auch ein wesentlicher Kritikpunkt vieler twitternder Lehrer und Medienpädagogen.


Wenn ein digitales ein analoges Schulbuch ersetzten soll, muss es mindestens genau so gut sein. Das bedeutet auch, dass es genau so gut lesbar sein muss, wie das gedruckte Exemplar. Das ist häufig aber nicht immer der Fall. So ist z. B. die Abbildung M3 auf S. 73 aufgrund ihrer geringen Auflösung nicht einsetzbar.

Insgesamt erscheint mir das bisher gesehene nicht besonders interaktiv. Vielleicht ist das bei anderen Lehrbüchern anders. Wurden beispielsweise die "Lern-CDs", die man bei einigen Schulbüchern findet, mit Vokabeltrainern, multimedialen Animationen, interaktiven Lernbausteinen etc. auch gleich mit eingearbeitet? Beim Fundamente gibt es so etwas meines Wissens nicht.

Ich bin einer der Lehrer, der gerne mit digitalen Medien arbeitet.
Und dennoch... ich weiß ein gutes Schulbuch für meinen Unterricht zu schätzen. 
Ob es aber nun ein (solches) digitales sein muss, weiß ich nicht. 

Wenn man eine Laptopklasse mit großen, berührungsempfindlichen, auch mit Stylus nutzbaren Bildschirmen hat, mag dieses pdf-artige Produkt mit integrierter "Whiteboardfunktion" perfekt sein.
Auf einem Smartphone - und damit arbeitet ein großer Teil meiner Schüler - ist diese Buchvariante kaum zu gebrauchen. 
Ich hätte mir lieber eine Smartphone-optimierte Version gewünscht. Die sähe zwar dann vom Layout nicht mehr so aus, wie das gedruckte Buch, könnte aber auch von Byod-Klassen genutzt werden. Ferner kann man in die Schulbücher kein eigenes Material hinzufügen, so dass sie mein LMS (Moodle) nicht ersetzen können. 

Ich bin nicht der Meinung, dass das Angebot ein Fiasko ist. Es wird sicherlich seine Nutzer finden. Ich vermute aber, dass es für meine Zwecke nicht geeignet ist.
Vielleicht schreibe ich in einigen Wochen mal einen zweiten Teil, in dem ich über meine Erfahrungen berichte ... oder vielleicht doch nur ein Update unten drunter.

Während ich dies hier schreibe veröffentlicht Damian Duchamps in seinem Blog ebenfalls einen lesenswerten ersten Erfahrungsbericht, in dem er unter anderem digitale Lehrwerke eines weiteren Schulbuchverlag (Cornelsen) unter die Lupe nimmt. 

Montag, 24. September 2012

Warum ich freie Unterrichtsmaterialien brauche - ein Barcamp-Bericht

In diesem Schuljahr möchte ich BYOD ("bring your own device") in meinem Unterricht vorantreiben: meine Schüler werden ermutigt, mobile Endgeräte in den Unterricht mitzubringen, egal ob Smartphones, Tablets oder Netbooks.

Wer dies tut, dem steht neben dem Schulbuch noch die große, weite Welt des Internets zur Verfügung. Gut ausgewählte Materialien können so gezielt, ja geradezu individualisiert für die Schüler bereit gestellt werden.


Wer dies tut, der kommt aber auch irgendwann an folgenden Punkt: Aus der alten, analogen Zeit, als die Schüler noch keine mobilen Endgeräte hatten, besitzt man eine Unmenge an Unterrichtsmaterialien in Form von Schulbüchern, pädagogischen Fachzeitschriften u.v.m.
Dieses darf jedoch nicht digitalisiert und für die Schüler in entsprechender Form zugänglich gemacht werden. Das Urheberrechtsgesetzt ist da sehr deutlich. 


Statt zu Verlagsmaterial zu greifen, heißt es also nun offene, freie Unterrichtsmaterialien zu finden und so nach und nach einen neuen, digitalen, alternativen Fundus zu schaffen.

Diese Texte, Bilder, Filme, Podcasts oder gar Arbeitsblätter dürfen von jedem kopiert werden - analog wie digital. Auch und besonders für unterrichtliche Zwecke.


Im englischsprachigen Raum haben diese Medien z. T. eine längere Tradition, als bei uns. Sie haben auch eine passende Bezeichnung : Open Educational Resources (OER).

Vor einigen Monaten beschäftigte ich mich erstmals auf dem Educamp in Köln mit OER. Hier war es jedoch nur ein Thema unter vielen.

Vom 14.-16.09.2012 bekamen die offenen/freien Ressourcen nun in Bremen ihr eigenes Barcamp (Was ein Barcamp ausmacht kann man mithilfe dieses Videos am Beispiel eines Educamps nachvollziehen).



 Was ist eigentlich ein EduCamp von Ralf Appelt (CC BY-NC-SA) (siehe letzter Abschnitt).
Quellen und Lizenztext siehe unten.

Mein Interesse war geweckt, meine Skepsis auch. Ob man mit diesem einen Thema ein ganzes Wochenende füllen kann? Es sei vorweg genommen: man kann sehr wohl. Ganz ohne Probleme.

Die 45minütigen Sessions, die das Barcamp ausmachten, deckten vielfältige Unterthemen ab.



(Übersichtsplan als Google-Dokument)


Aber zunächst schien mir die Abgrenzung der Themen auf dem Papier deutlicher zu sein, als in den Veranstaltungsräumen. Da wurde erheblich abgeschweift. Im weiteren Verlauf des Camps besserte sich das aber (zumindes in den von mir besuchten Sessions).
Auf jeden Fall trugen die umfangreichen Diskussionen zu einem stärkeren Bewusstsein über die Schwierigkeiten beim Umgang mit OER bei. Zumindest bei mir.
Die Probleme, die sie mit sich bringen sind vielfältig und ungelöst, jedoch nicht so groß, dass sie einen Einsatz im Unterricht verbieten würden:

  • sachliche Korrektheit?
  • Inkompatibilität der Lizenzen (siehe letzter Abschnitt dieses Posts)
  • nur z. T. bearbeitbar
  • Suche nach Passendem zeitaufwändig
  • einige, wenige Rechtsunsicherheiten

OER fördern

Richtig spannend wurde es dann, als die ersten zarten Versuche begannen, die Diskussionen zu überwinden und konkreter zu werden. Politische Forderungen, PR-Material und -strategien machten Lust direkt mit der Arbeit anzufangen. Aber dann war meist der Workshop schon wieder vorbei. So ist das halt auf einem Barcamp. 
Der Versuch, eine gemeinsame Weiterarbeit zu organisieren wurde hier mit einem Wunschzettel/Masterplan (“WuZeMaP”) erprobt. Innovativ, ansprechend, aber leider (bisher) auch nicht von besonderem Erfolg gekrönt.

Unterrichtsrelevantes

Außerdem gab es da noch Sessions, die mir gefallen haben, weil sie konkrete Anregungen für den eigenen Unterricht gebracht haben, wie das von Karsten D. Wolf über draufhaber.tv.

Bei den Draufhabern handelt es sich um eine Plattform zur Veröffentlichung selbst erstellter Lehrvideos. Das Besondere ist die Möglichkeit einen geschlossenen (Klassen-)Raum zu öffnen und somit die Videos nur im kleinen Kreis zu veröffentlichen. Angenehm ist auch, dass der Server dieses Dienstes in Deutschland steht. Das scheint mir eine (für Eltern) annehmbare Form zu sein, Ihre Schützlinge im Internet zu sehen oder zu hören.

Auch bekannte Dienste, die man bei der Vielzahl der Angebote im Netz leicht wieder aus dem Blick verliert, sind mir zurück ins Gedächtnis gerufen worden. So z. B. Elixier. 

Die Seite www.edutags.de hatte ich zwar nie aus dem Blick verloren, sie sei hier aber dennoch erwähnt, weil ich erstens von der Handhabung der Seite überzeugt bin (besonders die vielen Möglichkeiten der RSS-Einbindung finde ich Klasse) und weil ich zweitens meine, dass das Angebot in der Diskussion ein wenig zu schlecht wegkam. 

Die www.bpb.de hat soweit ich das mitbekommen habe ihre CC-Lizenz-Bestrebungen aufgezeigt. Leider konnte ich an dieser Session nicht teilnehmen, das Angebot schien mir aber (gewohnt) überzeugend. Aber da auf einem guten Barcamp die einzelnen Sessions gut dokumentiert sind, werde ich mich auch darüber noch informieren können.

Was bleibt hängen?

  • Ich BRAUCHE freie/offene Unterrichtsmaterialien für meinen Unterricht.
  • Ich muss mir der Probleme beim Umgang mit OER bewusst sein, sonst komme ich in Teufels Küche.
  • Ein Barcamp kann perfekt organisiert sein. Vielen Dank dafür.

Nachtrag:

An diesem Blogpost kann man erkennen, was mit "Inkompatibilität der Lizenzbedingungen" gemeint ist. Da ich ein Video eingebunden habe, das unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 steht (Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen), kann ich den gesamten Blogbeitrag nicht, wie sonst bei mir üblich, unter einer CC BY 3.0-Lizenz (lediglich mit Namensnennung) veröffentlichen. Wer Unterrichtsmaterial aus verschiedenen Quellen kombiniert, stößt auf genau diese Probleme.
Deshalb:
Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Mediennachweis:
Video: Was ist eigentlich ein EduCamp?
Urheber: Ralf Appelt
Quelle: http://vimeo.com/38693285
Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0
Lizenztext: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/legalcode

Mittwoch, 5. September 2012

BYOD - was funktioniert schon alles an unserer Schule?

Oder:

warum der WLAN-Zugang nur die Spitze des Eisbergs ist.


Grundlage für ein Unterrichten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schülergeräte ist das WLAN der Schule.
Aber wird unser neues Schul-WLAN und die Sicherheitseinstellungen ein Unterrichten ermöglichen?
Ich wollte es genau wissen und nutzte zusammen mit einigen Schülern eine Stunde lang den ersten vernetzten Raum, um verschiedene Internet-Dienste, -seiten und -angebote, die mir (auf die Schnelle) für den Einsatz im Unterricht nutzbar erschienen:

(Klicken zum Öffnen)

Fazit: FANTASTISCH, aber...

Fantastisch ist, dass nach den fruchtbaren Gesprächen der letzten Wochen mit dem Admin ALLE Seiten auf der Liste durch die Firewall kamen (danke dafür).

Aber...
Ja, es gibt auch ein Aber. Und zwar ein erschreckend großes.
Sämtliche Seiten konnten zwar von allen Schülern mit Note- oder Netbook genutzt werden, bei Smartphones und dem Tablet taten sich allerdings Abgründe auf.
Meine Erkenntnisse:
  • Längst nicht jedes Smarphone, das Office-Dokumente öffnen kann, kann auch die eingefügten Links öffnen.
  • Einige Online-Dienste z.B. Audioboo verweisen, sobald sie erkennen, dass sie von einem Smartphone angesteuert werden, auf ihre App und sind ohne diese nicht oder zumindest kaum nutzbar.
  • Flashbasierte Dienste funktionierten nicht bei allen.
  • Kein mir bekanntes etherpad ist mit Tablet und Smartphone nutzbar.
  • Der Seitenaufbau einiger Smartphones ist quälend langsam. 
Das Ergebnis war so niederschmetternd, dass ich meine Vorstellungen über den Einsatz von Schülergeräten erst einmal begraben musste.
Jetzt, mit einigen Tagen Abstand habe ich sie allerdings wieder ausgebuddelt und beginne mir Lösungen zu überlegen.
Eins scheint aber völlig klar:
Die Vorstellung, in eine Byod-Klasse zu gehen und mithilfe eines frischen, neuen Dienstes etwas spontan zu erarbeiten ist wenig realitätsnah. Zunächst müssten Apps instaliert, Konten angelegt und Plugins aktualisiert werden. Und dann hat die Vermittlung der Handhabung noch gar nicht begonnen. Geschweige denn der eigentliche Fachunterricht.

Freitag, 4. Mai 2012

Bring your own device - Konzept oder Einführung durch die Hintertür?

Mobile Endgeräte in Schülerhand

... das hätte ich gerne für meinen Unterricht!
Ob nun schuleigene Netbooks, oder Tablets in Schülerbesitz ist mir im Grunde gleich. Ich könnte mich mit (fast) allem anfreunden.

Doch wie überzeugt man Kollegen und Schulleitung davon? Bisher versuchte ich, in keinen Gesprächsrunden von dem Mehrwert zu berichten, die Möglichkeiten aufzuzeigen und Vorschläge zur konzeptionellen Gestaltung zu machen. Hierfür habe ich z. B. Prezi-unterstützte Vorträge gehalten. (Die Prezi ist hier zu bekommen: http://prezi.com/ychazkh8fqxv/digitale-medien-in-der-schule/. Verwendung und Veränderung sind erlaubt.)

Grundsätzlich bin ich mit der Rückmeldung zufrieden. Doch die "Lobbyarbeit" erzeugt auch Gegenwind. Bedenken werden geäußert. Zeit wird erbeten. Das zerrt an den Kräften...

Neuer Input: byod

Auf dem Educamp 2012 in Köln hat mich vor allem eine Session gefesselt: bring your own device.
Eine gute Review der Session findet man unter http://2headz.ch/blog/?p=2068, eine Audioaufnahme hier: http://soundcloud.com/ue_trainer/byod-bring-your-own-sevice

Die Idee dahinter ist, die vielfältigen eigenen Geräte der Schüler für den Unterricht zu nutzen, anstatt schuleigene Geräte anzuschaffen oder Sammelbestellungen gleicher Netbooks oder Tablets für die Schüler durchzuführen.

An unserer Schule ist nun die Situation folgende:
  1. Die Benutzung von Smartphones, Tablets etc. ist auf dem Schulgelände verboten. Das Mitführen jedoch nicht. Im Unterricht kann zudem der Lehrer die Benutzung erlauben, um sie in den Lernprozess einzubeziehen.
  2. Es wird in Kürze eine WLAN-Abdeckung der Schule realisiert werden.
Somit sind die Voraussetzungen für mobiles Lernen mit unterschiedlichen Schülergeräten gegeben!

Die byod-Idee brachte mich auf einen verlockenden Gedanken...

Dieses "Konzept" muss gar nicht als solches angepriesen und in Konferenzen vorgestellt und abgestimmt werden. Da (zunächst) keine Kosten auf die Schule zukommen, kann man sich den Traum eines jeden Technik-affinen Lehrers erfüllen: einfach anfangen!

Anfangen, ...
... den eigenen Unterricht mit mobilen Endgeräten durchzuführen.
... die Schüler zu begeistern und zu bestärken, diese Arbeitsweise auch bei anderen Kollegen vorzuschlagen.
... interessierten Kollegen in Flurgesprächen zu berichten und sie zu motivieren, es auch einmal zu erproben.

Diese Vorgehensweise bietet die Möglichkeit die Strategie byod nach und nach an der Schule einzuführen.
So kann das Konzept überzeugen ehe es überhaupt eines ist. Begeisterung kann geweckt werden. Dies wäre sozusagen eine Einführung mobiler Endgeräte durch die Hintertür.

Aber ist das der richtige Weg?

Was ist mit den Nachteilen dieses Konzepts:
  • Was ist mit den Schülern, die sich kein Gerät leisten können?
  • Was ist mit dem Material- und Ideenaustausch unter Kollegen, wenn es keine offizielle Vorstellung gab?
  • Wie geht man mit technischen Schwierigkeiten bei der Einbindung solch unterschiedlicher Geräte ins Schul-Netz um?
  • Wer soll Rückmeldung geben?
In einem gemeinsam geplanten Konzept könnten diese Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden, z. B. durch:
  • Anschaffung von Schulgeräten als Ergänzung,
  • Bildung von Kollegen- oder auch Schüler-AGs zur Erforschung der Möglichkeiten des Einsatzes im Unterricht,
  • Evaluation des Konzepts durch außerschulische Partner,
  • Austausch und Fortbildung der Kollegen mit "offizieller" Unterstützung der Schulleitung.
Was also ist die richtige Vorgehensweise? Anfangen oder Überzeugen?